Krefelderin Yolanda gibt die Richtung vor

Sie kam aus dem Staunen nicht mehr heraus: Yolanda Raffay durfte als Gewinnerin des Schülerwettbewerbs "Meine Position ist spitze" am Montag die drei NRW-Standorte von Covestro leiten. Dr. Daniel Koch räumte seinen Chef-Sessel für einen Tag und stellte der Krefelderin am Ende ein ausgezeichnetes Zeugnis aus.

Mut, Kreativität und eine schnelle Auffassungsgabe - Yolanda Raffay bringt alles mit, was eine gute Führungskraft heute braucht. Die 16-Jährige durfte im Rahmen des Schülerwettbewerbs "Meine Position ist spitze" der Brancheninitiative ChemCologne am 21. Oktober einen Tag lang die Leitung der drei Covestro-Standorte in NRW übernehmen. Eine Aufgabe mit viel Verantwortung. Doch die scheut die chemiebegeisterte Gymnasiastin nicht. Ganz im Gegenteil: Die "Vertreterin" von Daniel Koch strotzte vor Tatendrang und ließ sich auch von einem vollen Terminkalender nicht aus der Ruhe bringen.

Der führte Yolanda zunächst nach Dormagen. Nach einem Austausch mit dem NRW-Management bei Covestro und dem Bearbeiten von Rechnungen und Bestellungen ging es raus ins Werk. Genauer gesagt zu einem Sicherheitsrundgang in die TDI-Anlage. Hier wird der Rohstoff erzeugt, aus dem später unter anderem Polyurethan-Weichschäume hergestellt werden. 300.000 Tonnen TDI pro Jahr kann Covestro am Standort in Dormagen produzieren. Die Menge einer Tagesproduktion reicht problemlos aus, um 200.000 Matratzen herzustellen. "Dank unserer hochmodernen Technologien und Verfahren können wir hier den wichtigen Rohstoff für Weichschäume besonders ressourcenschonend produzieren", erklärte Koch.

Danach ging es für die junge Krefelderin auf die K 2019. Die größte Kunststoffmesse der Welt ist für Covestro einer der bedeutendsten Termine in diesem Jahr und für die Standortleitung NRW die Möglichkeit, mit Kunden sowie Nachbarn aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Kontakt zu kommen. Zum Glück hatte Yolanda ausreichend viel Zeit mit im Gepäck, um den unternehmenseigenen Messestand genauer unter die Lupe zu nehmen und zu sehen, in welchen innovativen Produkten Covestro im Allgemeinen und im Speziellen mit seinen Rohstoffen aus NRW vertreten ist.

Zum Beispiel in "Schuhen wie aus einem Guss": Covestro zeigt auf der Messe unter anderem einen Schuh, der nur aus einer Materialsorte besteht - aus thermoplastischem Polyurethan (TPU). Das verbessert die Recycling-Möglichkeiten im Vergleich zu konventionellen Schuhen erheblich. Die Rohstoff-Grundlage für die Sneaker wird übrigens in Dormagen gelegt. Dort steht eine Covestro-Pilotanlage für CO2-basierte Rohstoffe.

Ein weiteres Messe-Highlight für Yolanda: Das Lifestyle-Auto der Zukunft. Covestro stellt auf der K 2019 ein umfassendes Innenraumkonzept für künftige Mobilität vor, in dem der Innenraum gleichermaßen Wohn- und Arbeitsraum sein kann. Hightech-Rohstoffe von Covestro eröffnen dabei ganz neue Designspielräume. Zum Beispiel bei der Entwicklung innovativer Infotainmentsysteme oder Sitzkonzepte. Die benötigten Polycarbonat-Rohstoffe werden dabei unter anderem am Standort in Krefeld-Uerdingen produziert. Im sogenannten Life Cycle Wheel informierte sich Yolanda darüber, wie sich Covestro für das Thema Kreislaufwirtschaft engagiert. Ein Ansatz, den Covestro über die gesamte Prozesslette künftig weiter konsequent vorantreiben will.

Yolanda machte sich diesen Service gleich zu Nutze. "Ich habe wirklich viel über die Wiederverwertung von Rohstoffen gelernt. Es ist toll, wie sehr sich Covestro für eine nachhaltigere Welt einsetzt. Schließlich müssen wir alle anpacken, damit noch viele Generationen auf unserem Planeten leben können."

Nach der K 2019 ging es zurück nach Dormagen. Dort wartete bereits der Betriebsratsvorsitzende Uwe Kuckertz auf Yolanda. Kuckertz ist seit 2004 im Betriebsrat tätig und vertritt seit 2016 die Interessen der Arbeitnehmer am Covestro-Standort in Dormagen. In dem einstündigen Gespräch wurden mit Yolanda verschiedene Themen besprochen. Die Agenda: Die Mitarbeiter fit für die Herausforderungen der Zukunft machen. Vor allem durch ein breites Fort- und Weiterbildungsangebot.

Am Ende des Tages gab es dann ein Lob von Koch. "Yolanda hat ihre Sache wirklich sehr gut gemacht. Sie ist aufmerksam und offen für Neues. Gleichzeitig verfügt sie über eine gesunde Portion Selbstvertrauen. Ich würde mich freuen, Yolanda nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung wieder bei Covestro begrüßen zu dürfen." Und Yolanda? Die Krefelderin wollte ihren neuen Job am liebsten gleich weiter machen. "Ich hatte sehr viel Spaß daran, als NRW-Standortleiterin für Covestro unterwegs zu sein. Es ist beeindruckend, um wie viele Dinge sich Herr Koch täglich kümmern muss. Er hat wirklich alle Hände voll zu tun. Leider ging der Tag viel zu schnell vorbei. Wenn es nach mir ginge, würde ich morgen wieder bei Covestro auf der Matte stehen", sagte Yolanda. Zunächst muss sie sich jetzt allerdings um ihren Schulabschluss kümmern. Danach steht einem Comeback bei Covestro aber nichts mehr im Wege.